Around The NFL

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      Die NFL hat ein Problem, Kicker, QBs und andere Positionen reifen zu lassen. Schau mal in welcher Liga manche der erfolgreichsten Kicker gereift sind...

      Da bleiben viele Leute auf der Strecke, weil sie nicht gleich funktionieren. Das erhöht indirekt auch die Personalkosten, weil die Konkurrenz fehlt.

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      Big_Al schrieb:

      Naja, im Prinzip haben sie dafür ja die College Zeit.

      Reicht eben nicht für jeden. Vor allem, wenn man aus einem College mit einem kleinerem Footballprogramm kommt, welches eben dann auch nicht in der höchsten Liga spielt.
      Eine Semiprofessionelle Liga unterhalb der NFL kann für solche Spieler und auch für die Liga Gold wert sein.
      Viele Spieler haben sich erst über die NFL-Europe für die NFL empfohlen; ohne den Europatripp wäre ihre NFL-Karriere vielleicht zuende gewesen, bevor sie begann.
      Stattdessen dürfen manche von denen nun einen Super Bowl Ring ihr eigen nennen.

      Diese Möglichkeit fehlt der NFL seit 2008.
      Ihr gehen damit viele Talente durch die Lappen, die einfach nur ein wenig mehr Zeit gebraucht hätten, in welcher sie auf hohem Niveau Spielpraxis sammeln können.
      Auf manchen Positionen macht sich das auch in der NFL bemerkbar, da fehlen brauchbare Spieler.

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      Es gibt einen weiteren Aspekt: Die Chicago Bears haben mal einen jungen QB namens Henry Burris in 2002 verpflichtet. Um ihn Spielpraxis zu geben wurde er 2003 zur NFLE zu Berlin Thunder geschickt. Dort hat er derart mittelmässig gespielt, das die Bears bei seine Rückkehr in den US sofort gefeuert hatten. Dadurch haben sie viel Geld gespart, welches sie an Henry ausgegeben hätten.
      Also, nicht nur Diamanten wurden gefunden sondern auch Flops rechtzeitig entlarvt.

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      thorroth schrieb:

      Die NFL hat ein Problem, Kicker, QBs und andere Positionen reifen zu lassen.

      Pumpkinhead schrieb:

      Reicht eben nicht für jeden. Vor allem, wenn man aus einem College mit einem kleinerem Footballprogramm kommt, welches eben dann auch nicht in der höchsten Liga spielt. Eine Semiprofessionelle Liga unterhalb der NFL kann für solche Spieler und auch für die Liga Gold wert sein.

      Sicherlich beides wahr, das Problem ist, dass nur in Ausnahmefällen eine Liga wie die NFLE die Lösung für dieses Problem ist. Für die Jungs von den kleineren Colleges, die sich erst noch an größere Zuschaermassen und Stadien gewöhnen müssen, würde ich da auch glatt unterschreiben, doch für die von den D1 Schulen, was die krasse Mehrheit der gedrafteten Spieler ist, gilt das aber nicht. Viele kommen zu Beginn ihrer NFL Karriere nicht mehr an die Zahlen heran, die sie im College erreicht haben. Da sie aber die Kulisse gewohnt sind und gerade für Kicker das härtere und schnellere Spiel nicht so eine große Rolle spielt, kann man auf psychologische Ursachen schließen. Also den Gedanken: "Oh NFL, jetzt darf ich keinen Fehler machen". Dieses Problem wird auch nur bei wenigen Spielern durch ein vorheriges durchlaufen einer Ausbildungsliga die keine NFL ist behoben werden.

      Wie viele mehrjährige NFL Spieler sind aus der NFLE hervorgegangen? Ich habe nicht gezählt, aber an wirklich viele kann ich mich nicht erinnern. Und zum sogenannten "Superstar" wurden vielleicht einer oder zwei pro Jahrzehnt NFLE. In Wahrheit bedingt die Geschäftsform der NFL, dass ein Spieler, sobald er in der NFLE startet schon mit nem Stempel "eigentlich nicht gut genug" versehen wurde. Aus Sicht der NFL Verantwortlichen war die NFLE deutlich schwächer als die NFL, also musste man dort nahezu übermenschliche Leistungen bringen um als für die NFL geeignet zu gelten. Insofern bürdest du den Leuten fast noch mehr auf und wenn die Teams im Jahr darauf die Wahl zwischen einem NFLE Veteranen und nem neuen vielversprechenden aber nicht bewiesenem Talent haben, werden sie sich immer für das Talent entscheiden. Schonmal den Spruch "Diamonds are formed under pressure" gehört?

      Wie gesagt die Philosophie geht richtung Chancen suchen und nicht Risiken vermeiden, teilweise schwer zu verstehen für uns Deutsche... Man gucke sich nur mal die Rookie Verträge für die ersten Draft Picks an, solche (teilweise garantierten) Summen wären in Europa für Spieler ohne ein Profispiel nicht mal im Ansatz denkbar.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Big_Al“ ()

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      Ich sehe das auch wirtschaftlich anders. Die NFL zahlt inzwischen Unsummen an Linemen aus dem College. Das gab es früher noch nicht. Die NFLE hat gesamt 40 Millionen pro Jahr Verlust gemacht. Das sind Peanuts für die 36 Teams, wenn dadurch nur ein brauchbarer Spieler je Team mehr rauskommt, der wenig kostet. Die anderen US-Profiligen haben nicht ohne Grund ein Farm-Team-System.

      Was die Spieler angeht, die die NFL geschafft haben, so waren in jedem Team immer zwei drei Spieler, die in der NFLE waren. Ich habe mir damals immer den Spaß gemacht, bevor ich ins Stadion bin, den Roster der Teams anzuschauen und da waren einige Spieler, Starter wie auch zweite Reihe dabei, die NFLE Erfahrung hatten. Es geht nicht immer um die Superstars und die Liga muss auch nicht in Europa sein.