FAZ News - "Frankfurt Universe hat offenbar schwere wirtschaftliche Sorgen." (25.10.2017)

    ...zuerst mal danke für die ausführliche stellungnahme. finde ich ausdrücklich lobenswert, sowas hätte es früher - erst recht in dieser klartextlichen form - nicht gegeben.
    ein paar anmerkungen hätte ich aber noch.

    Big_Al wrote:

    Unterm Strich haben wir etwas mehr als 650 Mitglieder, der harte Fan-Kern dürfte so ungefähr das doppelte betragen. Das sind die Leute, die sich mit dem Thema - mehr oder weniger - intensiv auseinandersetzen und diese moralische Komponente in Ihre Kaufentscheidung einfliessen lassen. Jetzt ist es aber so, dass das relativ deckungsgenau die Summe derer ist (plus X), die auch bei den Heimspielen immer da sind. Im Umkehrschluss dürfte die Anzahl derer, die wirklich aufgrund der Vergangenheit mit Universe komplett abgeschlossen haben im einstellingen Dutzendbereich liegen.

    das würde dann aber weiter gedacht bedeuten, dass von den insolvenzgeschädigten dauerkarteninhabern 2018 fast keiner abgesprungen wäre? und das eher nicht aus moralischen gründen, sondern schlichtweg, weil sie sich verarscht vorkamen? die zahlen sagen doch allein schon da: mehr als ein paar dutzend. und ich glaube auch nicht, dass du nur mit etwas mehr werbung die früheren besucherzahlen wieder hinkriegst. mag sein, und ich hoffe es, dass es nicht an "meinen gründen" liegt, aber die begründung erscheint mir etwas zu eindimensional.


    Big_Al wrote:

    Im angesprochenen Fall der Aufarbeitung sagt diese ganz klar, dass das im Moment nur funktionieren würde, wenn wir entweder riskieren würden den Verein in rote Zahlen zu stürzen oder dem Sport ausserhalb der FUB die Mittel zu kürzen.

    genau das war meine befürchtung. dass aufarbeitung z.b. aufgrund persönlicher verknüpfungen den verlust weiterer geldgeber oder weitere auflagen bedeutet. und da tut sich wieder mein innerer konflikt auf, wie weit man für derartige kompromisse zu gehen bereit ist. aber ganz klar: da verstehe ich dich. deine vorrangige aufgabe ist es, die existenz sicherzustellen. für mich wäre dieser spagat nahezu unmöglich.


    Big_Al wrote:

    Es wird sich aber auch nicht vermeiden lassen, dass nicht immer alle Fakten, die zu einer Entscheidung führen kommuniziert werden

    es muss und soll gar nicht alles kommuniziert werden. das habe ich auch nie gesagt. ich finde deine offene art, zu solchen sachen stellung zu nehmen, mehr als nur gut. und das, was hier meinerseits gesagt wurde, war nur ein erklärungsversuch, was möglicherweise in leuten vorgehen könnte.denn was nie kommuniziert wurde ist: dass überhaupt eine aufarbeitung stattfinden soll. ich als mitglied sehe nur, dass mitgliedsbeiträge dafür verwendet wurden, vom verband wegen unterlassener aufsicht verhängte strafen gegen nicht entlastete ehemalige vorstandsmitglieder zu begleichen und kein versuch gemacht wird, das wieder reinzuholen. auch da tickt die uhr der verjährung... und das treibt auch keinen von denen in die privatinsolvenz. das thema ist m.e. unabhängig von der aufarbeitung der insolvenz der fub zu sehen und zu betreiben. ich sehe dort auch nicht schwarzer als den alleinschuldigen, der war nur ein rad im getriebe. im rahmen einer aufarbeitung könnte der m.e. eigentlich nur boden zurückgewinnen... aber wie gesagt, ich verstehe auch den konflikt und die lage der aktuellen führung. mein gerechtigkeitssinn stellt sich da aber trotzdem quer...


    Big_Al wrote:

    Leider zeichen sich Gesellschaften, die finanziell Probleme haben im Regelfall nicht durch herausragende Buchhaltung, Ordnung und Struktur aus.

    kleiner hinweis: allein das wäre als verstoß gegen die kaufmännische sorgfaltspflicht schon hebel genug. auch gegen aufsichtspflichtige.
    ich habe nur das gefühl, dass leute, die eigentlich aufgrund der rechtslage im eigenen interesse sehr kooperativ sein müssten, das genaue gegenteil sind...
    Da schon vieles gesagt wurde wurde, gerade von Karl und Alex, welchem ich zustimme, spare ich mir hier einen längeren Text.
    Nur soviel:
    DIESE Transparenz, welche Alex hier in seiner Funktion als 1. Vorsitzender betreibt ist ja wohl in der Universe Geschichte einmalig.
    DAS hatten wir nie.
    Sollte das weiterhin durchgehalten werden, wird das eine Menge Boden wieder gut machen, bei allen Problemen, welche eben nicht, oder nicht sofort kommuniziert werden können. Auch, dass man es eben nicht allen recht machen kann wird dahinter verblassen.
    In dem Sinne:
    CHAPEAU!
    ...und weiter so!

    Flo wrote:

    War das allgemein auf die Besucher bezogen, oder auf die Freikarten?

    Karl wrote:

    aber die begründung erscheint mir etwas zu eindimensional.

    Es war weder auf die Besucher, noch die Freikarten bezogen. Hier geht es um die von Karl angesprochene Eindimensionalität bzw. die Tatsache, dass es diese nicht gibt. Mein kurzer (unvollständiger) Versuch der Herleitung deckt selbstverständlich nicht alle Fälle ab. Sicherlich gibt es auch Menschen, die sich aus moralischen Gründen abgewendet haben, das will ich auch garnicht kleinreden. Ich glaube aber tatsächlich, dass das im Vergleich zu unserem Zuschauerpotential keine kritische Menge ist. Um eine moralische Entscheidung zu fällen, muss man das Produkt erstmal als wichtig genug im eignen Leben erachten, dass es überhaupt mit Moral verknüpft wird. Die viel beschworenen Eventies oder Hühnerbeinkauer kommen überhaupt nicht an den Punkt. Die überwiegende Zahl hat die Entscheidung meiner Ansicht nach eher aus finaziellen Motiven getroffen bzw. weil sie sich verarscht vorkamen und die Infos aus der Presse - einzige Informationsquelle für alle "Aussenstehenden" - zur damaligen Zeit, haben das auch so begünstigt.
    Grundsätzlich ist das Thema Zuschauer das komplexeste im ganzen Universe Kosmos (no pun intended). Eindimensional ist da garnichts und es gibt auch nicht DEN Grund oder DIE Lösung. Das ist so komplex, da könnte man eine Doktorarbeit drüber schreiben.

    Um mal etwas damit zu spielen: Ich würde schätzen, dass man im Marketing rund 100.000€ in die Hand nehmen müsste, um 500-1000 Zuschauer mehr pro Spiel ins Stadion zu bringen. ACHTUNG: Das ist nichts offizielles oder durchgerechnetes, einfach nur eine Einschätzung. Günstiger kann man es gestalten, wenn man Freikarten verteilt. Hier kosten 1000 Zuschauer aber immernoch über 20.000€ und man entwertet das Produkt, da die Leute wenn sie einmal Freikarten bekommen haben, diese auch wieder erwarten. Dass für beides aktuell kein Geld da ist, muss ich ja nicht separat erwähnen...

    Mit solchen Aktionen erreicht man dann aber auch die moralisch verprellten nicht. Diese würden (solange sie wirklich moralisch verpreltt sind) Freikarten ablehnen und die Werbung ignorieren. Ich erreiche sie nur, wenn ich ihren moralischen negativen Bezug wieder umkehren kann. Das braucht Zeit, das ist keine spontane Entscheidung. Das ist mehr so ein: "Hmm, das lief ja letztes Jahr (2019) ganz gut, also gucke ich mir dieses Jahr (2020) mal wieder ein oder zwei Spiele an und überlege mir ob ich mir für kommendes Jahr (2021) wieder ne DK hole." Also das Beste was man hier tun kann um diesen Schaden zu kitten, ist mittelfreistig seriös und zuverlässig zu arbeiten.
    Dass dann die Aufarbeitungsstrategie des Vereins aktuell vielleicht nicht ideal ist um diesen Versöhnungsprozess von dieser Seite her zu unterstützen sehe ich, doch - um mal ganz tief in die Spruchkiste zu greifen - sind wir bei so isses` und nicht bei wünsch` dir was... Warum das so ist, habe ich ja schon erklärt.

    Karl wrote:

    genau das war meine befürchtung. dass aufarbeitung z.b. aufgrund persönlicher verknüpfungen den verlust weiterer geldgeber oder weitere auflagen bedeutet.

    Hier kann ich nun den Prozess, wie es zu diesem Gedanken kommt nicht nachvollziehen. Mit persönlichen Verknüpfungen oder dem Verlust von Geldgebern hat das nichts zu tun. Wir haben uns schlau gemacht und erkannt, dass eine faire und gerechte Aufarbeitung aller Voraussicht nach nicht allein von Laien zu leisten sein wird. Man will am Ende ja auch niemanden mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Dorf treiben und Hexenverbrennngen gibts online schon genug, da müssen wir uns nicht einreihen. Wenn Laien nicht reichen braucht man Profis und die kosten...

    Karl wrote:

    ich als mitglied sehe nur, dass mitgliedsbeiträge dafür verwendet wurden, vom verband wegen unterlassener aufsicht verhängte strafen gegen nicht entlastete ehemalige vorstandsmitglieder zu begleichen und kein versuch gemacht wird, das wieder reinzuholen.

    Da streifen wir jetzt ein ganz großes Thema. Nämlich die Haftungsfrage eines Vortsandes. Das läuft auch vollkommen unabhängig von der juristischen Schuldfrage der Insolvenz. Hier geht es ja dann ausschließlich um Vereinsinterna. Hier will ich eigentlich garnicht viel schreiben, ich frage nur wo fängt das an und wo hört es auf? Mal hypothetisch: Muss ich mich dann selbst auf eine Klagewelle einstellen, wenn es am Ende doch nicht reichen sollte für die FUB? Also wie weit will man jemanden der etwas freiwillig nach bestem Wissen und Gewissen tut (anderes muss man in einem Rechtsstaat erstmal faktisch belegen siehe Absatz vorher) dafür verantwortlich machen und zur Rechenschaft ziehen? Wenn ich mich Recht erinner, gab es auch vor letztem Jahr niemanden, der bereit war die Verantwortung zu übernehmen, sprich in Wahlen anzutreten. Kritik und schweres Wasser gab es ja nicht erst seit Anfang 2018. Ich habe auch schon zwei oder drei Entscheidungen getroffen ohne das zugrundeliegende Problem gänzlich verstanden zu haben. Hier verlässt man sich halt auch auf andere, die es besser Wissen (oder besser wissen müssten oder sollten). Vereinstum ist auch Laienschaft, ähnlich wie Heimwerken. Verklagt man aber seinen Kumpel auf Schmerzensgeld, weil man in dessen selbst gebauten Hobbykeller mit nem schiefen Barhocker umgekippt ist und sich den Arm gebrochen hat?
    UND was bedeutet das für zukünftige Vorstandskandidat_innen bei Universe? Die Bereitschaft mich im Falle des Versagens zu erstzen wird durch das ständig drohende Damoklesschwert des verklagt-werdens sicherlich auch nicht steigen...
    Ich will hier keine explizite Position beziehen, aber verdeutlichen, dass jede Medaille ein Vorder- und Rückseite hat...

    thorroth wrote:

    dann noch die Art und Weise, wie der FSV auftritt...

    ...aber du verstehst schon, dass die auch um ziemlich viel miete beschissen wurden und deswegen ihr auftreten vielleicht nicht ganz so kooperativ ist?
    und mich wundern die genannten 40.000, waren das zu rittmeisters zeiten nicht zuerst 25.000 und danach wurde noch runtergehandelt? warum jetzt 40.000?
    Naja jetzt mal los...
    Lasst in euren Köpfen mal überlegen was an einem gameday außer stadionmiete so alles auflaufen könnte....
    Und nein das tailgating taucht da nicht mit auf....dass weiß ich zufällig aus einer guten Quelle.....

    Mal abgesehen davon muss man(n) sich überlegen ob bzw. Was alles(oder auch nicht) in der Miete enthalten ist..
    Auch wenn es nicht hierher passt ganz kurz um die Verwirrung zu entzerren: Bzgl. der Spieltagskosten sind Angaben von früher nicht mit den aktuellen zu vergleichen. Die Summen über die Rittmeister damals sprach waren reine Mietkosten (diese Aussage bezog sich aber wenn ich mich Recht erinner auch auf die Zeit vor 2018) und aktuell sprechen wir von den Spieltagskosten gesamt (also incl. Reinigung, Security, Catering etc.), die wir nicht beeinflussen können da wir an bestimmte Partner gebunden sind. Dass die Zahlen abweichen ist also vollkommen logisch.
    also verstehe ich es richtig wenn man sagt die reine miete ist zwar keine 40k..die ist wohl auch in/unter der Insolvenz gesunken(zu vorher) aber es gibt "Fixkosten" die dem gameday dann auf 40k hochschnellen lassen...
    wobei man da wohl auch schon "einspart" was dann im umkehr schluss bedeutet dass es vor der Insolvenz bei weit mehr als 40k pro Spieltag hinausgelaufen war...

    man(n) möge mich korrigieren wenn ich jetzt was falsches geäüßert habe...
    (wobei dass alles hier im fred eh off Topic ist...)

    Post was edited 1 time, last by “gausi” ().

    also ich denke das da ein großer posten noch die security ist die wir leider nicht beeinflußen können ich denke das wir da auch locker mit der hälfte an personal auskommen würden kommt aber auch auf auflagen der stadt an

    jdackel wrote:

    Wieso Catering? Das müsste Geld einbringen, nicht Kosten, oder? Meint ihr das Catering für VIP- und Comfort-Seats, weil das muss sich von den Kartenpreisen selbst tragen, oder?

    Ja, VIP Catering. Das sind Kosten die jeden Spieltag auflaufen. Wenn du einen Partner hast, der Summe X pro Person abrechnet und bspw. einen der es für die Hälfte davon macht oder gar als reine Sponsoringleistung ist das schon eine deutlich spürbare Differenz, die Spieler werden ja auch so versorgt. Wenn man Möglichkeiten hat Kosten Einzusparen, warum es dann nicht versuchen? Gewinn wird im Einkauf gemacht...

    Post was edited 1 time, last by “Big_Al” ().

    wetterauer-zeitung.de/sport/lo…rt-universe-12770415.html


    ..."Nun wird darüber nachgedacht, demnächst eine Demonstration auf dem Römerberg zu organisieren, um die Universe im Stadtbild wieder sichtbarer zu machen - und auf die Situation aufmerksam zu machen"...

    der Zugmarschall vom Großen Rat wird sich wohl wieder verwundert seine entzündeten Augen reiben
    damit dürfte das Teilnahmeverbot am Rosenmontagszug auch die nächsten 25 Jahre Bestand haben
    auch wurscht, das Presse-Echo vom Ausschluss damals war top, m.E. der beste mediale Coup, der Universe jemals gelungen ist!