FAZ News - "Frankfurt Universe hat offenbar schwere wirtschaftliche Sorgen." (25.10.2017)

    Da der Thread Presseberichte Saison/Jahr 2019 etwas ausufert, schreibe ich hier weiter.
    Ihr habt Recht. Auch mir ist eine finanziell gesicherte Saison (mit Offseason) lieber. Die Saison hart arbeiten, keine Rechnungen unbezahlt lassen, Kassensturz und weiter konservativ planen.

    Doch bleibt die Frage, wie man Fans zurück gewinnt sowie hinzugewinnt. 2017 hat man es mit Universe TV und den Einsatz bon ran NFL Moderatoren probiert, was die FUB vollends ausblutete, weil es keinen neuen Fansschichten dauerhaft erschloss.

    Sich jetzt auf den American Way of life zu konzentrieren, ist ein Ansatz. Sollte dieser nicht funktionieren, brauchen wir eine neuen.

    Mir als alter Sack mit Galaxy-Vergangenheit, der vielleicht zu sehr in Nostalgie verhaftet ist, gefällt mir die Idee von Motto-Spieltagen:
    5. Mai ist nach dem 4. Mai bzw. May, the fourth bzw. May the force - immer wieder Musik aus der Originaltrilogie zur Anküdigung von Interview-Gästen, Infoteil, Einlauf der Mannschaften und Refs, beim 3. / 4. Versuch, Fans ermuntern in Kostüm zu kommen, purple Lichtschwerter anbieten, die Cheers zu diesem Thema eine Choreographie erarbeiten lassen - zu Universe passt doch Star Wars immer
    Ende Juni war i,mmer der World Bowl, also das Heimspiel Ende Juni zu "Remember NFLE" machen. Fans auffordern, in den Trikots aus WoAF/NFLE/NFLA-Zeiten zu kommen, Interview über Fananekdoten zu diesen Zeiten, gerne auch über die Proteste, die zur Gründung von Universe führten. Wer was zu erzählen hat, soll sich im Fanzelt melden, wird dort interviewt und wenn es interessant/witzig ist, ab auf die Bühne.
    Im September beginnt die NFL, Presaesonspiele laufen, also zur Einstimmung die Fans auffordern mit NFL-Fanware zu kommen, NFL-Merchstand anbieten.
    Dazu ein Bring a Friend Spieltag mit einem Rabatt für an der Tageskasse gekaufte Eintrittskarten für jede im Vorverkauf gekaufte Karte (Abstempeln!).
    US-Autoparade, Harleys, was auch immer.

    Alleinstellungsmerkmale wieder beleben. Mehr lila im Stadion, "Touchdown 1-2-3" wenn Punkte erzielt werden.

    Vielleicht könnte man die "Treppe der Begegnung" als Power-Party-Bühne nutzen und die Videowand im Hintergrund einbinden (Spielberichte der Spiele seit dem vorangegangen Heimspiel, Berichte von der Jugend). Universe-Freundschaftsbändchen, Saisonpin, Saisonschal. DIN-A-5-Zettel mit Spieltagsroster und auf der Rückseite eine Übersicht aller Heimspieltermine der Jugend mit Ergebnissen und aktualisierten Terminen.
    Nicht böse an alle gemeint aber lässt es sein...ich denke dazu hat jeder seine Meinung und das ist auch gut so..es breit zu treten zum jetzigen Zeitpunkt bringt doch nix...oder???

    gausi wrote:

    Nicht böse an alle gemeint aber lässt es sein...ich denke dazu hat jeder seine Meinung und das ist auch gut so..es breit zu treten zum jetzigen Zeitpunkt bringt doch nix...oder???

    genau das thema ist durch weil nachtreten bingt uns nicht vorwärts in der zukumft

    Celemas wrote:

    gausi wrote:

    Nicht böse an alle gemeint aber lässt es sein...ich denke dazu hat jeder seine Meinung und das ist auch gut so..es breit zu treten zum jetzigen Zeitpunkt bringt doch nix...oder???

    genau das thema ist durch weil nachtreten bingt uns nicht vorwärts in der zukumft


    Ach so. Schwamm drüber und alles vergessen, was war, ist also die Lösung?

    gausi wrote:

    Nein da hast du mich falsch verstanden...


    Dann ist wohl nur der "jetzige Zeitpunkt" der falsche? Und wann ist dann der richtige Zeitpunkt? Wenn Gras über die Sache gewachsen ist?

    Haben wir denn schon vergessen oder verdrängt, warum wir in der Situation sind, in der wir nunmal sind?
    An der Situation waren viele beteiligt - und die meisten von uns haben es so lange hingenommen, bis es wirklich nicht mehr zu verharmlosen war. Wenn Du einen Vorschlag hast, wie man die Hauptverantwortlichen zur Rechenschaft ziehen kann, dann raus damit.


    Nicht falsch verstehen. Ich fände es toll, wenn die Hauptverantwortlichen von sich aus für die Situation die Verantwortung übernehmen und alles daran setzen, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Allein mir fehlt der Glaube. Jeder wird eine Schuld von sich weisen und dann wird es jede Menge Mühe, Zeit, Geld und Nerven kosten, dem gerichtlich nachzugehen.
    vergessen sicher nicht ! aber die sch... ständig kochen und drin rumrühren macht sie nicht besser oder schlimmer im moment
    meine meinnug dabei ist, die nummer der beteiligten war sicher nicht .i.O. aber da anscheinend auch nicht rechtswiedrig sonst hätte der IV und/oder die behörden etwas einleiten / weiterführen können / müssen

    das einzelne personen dabei auch immer wieder wie die katzen azf ihren pfoten landen mag nicht schön sein und für uns als betroffene sicher bitter aber verhindern kann man sowas nicht

    juergenmainz wrote:

    An der Situation waren viele beteiligt - und die meisten von uns haben es so lange hingenommen, bis es wirklich nicht mehr zu verharmlosen war. Wenn Du einen Vorschlag hast, wie man die Hauptverantwortlichen zur Rechenschaft ziehen kann, dann raus damit.


    Nicht falsch verstehen. Ich fände es toll, wenn die Hauptverantwortlichen von sich aus für die Situation die Verantwortung übernehmen und alles daran setzen, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Allein mir fehlt der Glaube. Jeder wird eine Schuld von sich weisen und dann wird es jede Menge Mühe, Zeit, Geld und Nerven kosten, dem gerichtlich nachzugehen.


    An der Situation waren nicht viele beteiligt, sondern ganz wenige, die namentlich alle bekannt sind.

    Eine Idee bzw. einen Vorschlag, wie man diese Personen zur Rechenschaft ziehen könnte, hätte ich auch, aber dazu fehlt mir offensichtlich der Rückhalt in der Fangemeinschaft. Und da denke ich nicht an das Finanzielle, sondern an das Moralische.

    Aber vielleicht habe ich den Frust der vielen Dauerkarteninhaber auch nur falsch verstanden.
    ...ich hab jetzt mal ne nacht drüber geschlafen, ehe ich meine sicht dazu schreibe. besser ist das.

    aber es ist wirklich nicht so, als ob mich das, was in den "wegbleibern" vorgeht, erst seit uwes posting beschäftigt. im gegenteil, ich betrachte ja die differenz der besucherzahlen vor und nach der insolvenzmeldung schon länger interessiert. und ich bin absolut sicher, dass die pro spiel bis zu mehrere tausend zuschauer mehr früher nicht etwa wegen mehr hüpfburgen, trällernden "deutschland sucht den selbstdarsteller"-kindchen oder abgetakelten popstars der achtziger oder neunziger jahre kamen. teuer ist nicht automatisch gut. oder dass die heute wegen des fehlens solcher "attraktionen" wegbleiben. es liegt auch nicht am sportlichen, eine bessere saison als letzte hatten wir nie. und diese ist auch nicht schlecht, im gegenteil, bis jetzt ist die identisch zum vorjahr und wegen der etwas geringeren leistungsdifferenz zu den anderen teams kommt theoretisch eher spannung auf. warum bleiben die leute also weg?

    auch da hilft mir der blick nach innen. ich habe diese saison aus familiären und beruflichen gründen mehrere spiele verpasst. vor zwei jahren hätte ich mich schwarz geärgert. heute ist das anders, da ist das halt so, es gibt inzwischen eine innere distanz. ich identifiziere mich nicht mehr so mit dem gesamtpackage universe, wie ich es mal getan habe, als ich vieles noch nicht wusste. und warum? ja, darüber habe ich lange nachgedacht. weil ich das, was mir als erstes in den kopf kam, eigentlich nicht wahrhaben wollte. was hatte ich mir erwartet? erstens, dass sich sowas wie insolvente betriebsgesellschaften, wie nun schon zweimal geschehen, nicht nochmal wiederholen würde. da scheint man auf einem guten weg zu sein, ob es aufgeht wissen wir aber erst nach der saison.

    zweitens hatte ich mir eine aufarbeitung der geschehnisse erhofft. eben, dass man sich nicht auf positionen wie "vergangenes ist vorbei" und "ist jetzt nicht der richtige zeitpunkt" zurückzieht. und in dem punkt bin ich ehrlich gesagt von der neuen führung enttäuscht. klar, man hat die hilfe derjenigen gebraucht, um die lizenz zu bekommen. klar, war auch so alles schon schwierig genug. klar, diejenigen, die dann angegangen würden, haben beste beziehungen zum verband. aber sich deswegen vorbücken? im leben nicht! wo ist unser rückgrat? haben wir überhaupt noch eins? es ist seither absolut nichts passiert. weder wurde bei denen, die vom verband wegen unterlassens der aufsichtspflicht eine strafe gegen den verein (!!!) kassiert und dem nicht mal widersprochen haben, schadenersatz geltend gemacht noch wurden die vorgänge, die zur insolvenz geführt haben, aufgearbeitet noch verantwortliche benannt. man beruft sich nur aufs verfahren wegen insolvenzverschleppung gegen schwarzer. warum? das war nicht der alleinschuldige...

    es bleibt also alles schön unterm teppich. und was neu gefunden wird, wird druntergekehrt? man hatte inzwischen ja vollen einblick in alle zahlen. vielleicht ist da inzwischen ja schon so viel drunter, dass es für die lizenz folgen haben könnte, wenn es ans licht kommt. ich weiß es nicht. ich weiß nur, dass so meine persönliche distanz mit zunehmender zeit eher größer wird. man kann mich sicher nicht als den moralischsten menschen der welt bezeichnen, aber ich habe prinzipien und ein rückgrat. es geht mir einfach zu 100% gegen den strich, wie aufgearbeitet wird, sprich gar nicht. und sowas erzeugt distanz. letzte saison war ich zu vielen opfern bereit, weil ich wollte, dass es weitergeht und ich mir vom kommenden wechsel versprochen habe, dass die verantwortlichen für das desaster ihre quittung kriegen. ist nicht passiert. und mit zunehmender erkenntnis dieser tatsache sinkt die opferbereitschaft entsprechend und die distanz wächst. prinzipien werden anscheinend unterschätzt. dabei geht es nicht um eine distanz zum team. die können nichts für das desaster und haben auch sonst keinerlei schuld.

    erfahrungsgemäß bin ich "durchschnitt", sprich wenn es mir so geht, geht es vielen so. was ich ehrlich gesagt in diesem fall nicht hoffe. es würde aber vieles erklären...

    Post was edited 1 time, last by “Karl” ().

    Das sind ehrliche und menschliche Worte, wobei die Entscheidungen gegen den Kauf von Eintrittskarten bei Personen, die nicht so eine Nähe zum Verein haben, deutlich schneller und rigoroser getroffen werden. Diese sind in den meisten Fällen auch endgültig. Hier geht es um den Betrug, die Hinhaltetaktik, die Insolvenz sowie die -höhe und den Vertrauensverlust. Einzelne Punkte oder der Gesamtprozess führte zur Ablehnung und dieses Erlebnis wird zusätzlich als Meinung transportiert, sodass andere vor FU gewarnt werden.
    Erstmal habe ich die Postings hierzu hierher verschoben, da ich mit weiterer Diskussion rechne und das nicht in den anderen Thread gehört.

    Zu zwei Punkten würde ich gerne etwas sagen:

    Karl wrote:

    zweitens hatte ich mir eine aufarbeitung der geschehnisse erhofft. eben, dass man sich nicht auf positionen wie "vergangenes ist vorbei" und "ist jetzt nicht der richtige zeitpunkt" zurückzieht. und in dem punkt bin ich ehrlich gesagt von der neuen führung enttäuscht. (...) wo ist unser rückgrat? haben wir überhaupt noch eins?.


    Zunächst mal glaube ich nicht, dass die Leute augrund der Aufarbeitungsstrategie oder von mir aus auch aufgrund des scheinenden Fehlen einer solchen wegbleiben. Unterm Strich haben wir etwas mehr als 650 Mitglieder, der harte Fan-Kern dürfte so ungefähr das doppelte betragen. Das sind die Leute, die sich mit dem Thema - mehr oder weniger - intensiv auseinandersetzen und diese moralische Komponente in Ihre Kaufentscheidung einfliessen lassen. Jetzt ist es aber so, dass das relativ deckungsgenau die Summe derer ist (plus X), die auch bei den Heimspielen immer da sind. Im Umkehrschluss dürfte die Anzahl derer, die wirklich aufgrund der Vergangenheit mit Universe komplett abgeschlossen haben im einstellingen Dutzendbereich liegen. Mit anderen Worten hier wird der Kampf für ein Überleben von Universe nicht gewonnen. Gewonnen wird er da, wo es über 1500 Zuschauer hinaus geht. Bei den Leuten, die Gelegenheitsbesucher, oder auch "Ersttäter" sind. Die man mit Werbung erreicht, bei denen es darauf ankommt, dass sie überhaupt wissen, dass gespielt wird oder es Universe überhaupt (noch) gibt. An dem Punkt sind wir dieses Jahr einfach extrem eingeschränkt. Da läuft einfach nichts. Das war vor 2018 anders und die FUB fährt auch eine gänzlich andere Freikartenpolitik als 2016 und 2017, zusätzlich gibt es keine Ganzjahresaktionen mit Schlemmerblöcken und wie sie alle heissen mehr. Das Thema ist so ungalublich viel komplexer als es scheint...

    Du warst sehr offen und hast einen Einblick in deine Gedankenlage gegeben, also will ich das auch sein. Alle die schon länger als ein paar Monate hier mitlesen wissen wie intensiv ich mich die letzten Jahre mit dem Team, der Kaderzusammenstellung, der Liga und den Gegebenheiten usw. auseinandergesetzt habe. Mein Blick hat sich in den letzten Monaten allerdings komplett geändert. Das sportliche steht für mich nicht mehr im Mittelpunkt, ich kenne den Kader nicht mehr auswendig und ich habe auch nicht mehr das selbe Spieltagserlebnis. Ich habe Ziele, Anforderungen und Zahlen im Kopf, wann immer ich mit mit Universe beschäftige. Kurzum, ich sehe das Ganze durch eine andere Brille.

    Diese Brille ist für die FUB so umschrieben: 2019 zuende spielen und finaziell so abschneiden, dass es in 2020 mit einem ausgeglichenen Haushalt weitergehen kann. Für den AFC geht es darum generell Ruhe reinzubringen, die Sportler_innen, die ausserhalb der FUB bei uns aktiv sind nach Möglichkeit zu unterstützen und die Belastungen der letzten Jahre (auch der AFC war ja nicht unerheblicher Gläubiger und wer auf der MV war, kennt den Finanzplan des Vereins) zu verdauen. In diesem Spannungsfeld trifft der Vorstand seine Entscheidungen.

    Wenn dann diese Entscheidungen und die gewählte Strategie Distanz erzeugen ist das zuallererst mal bedauerlich und es wäre mir (und dem gesamten Vorstand) selbstverständlich auch lieber, es wäre nicht so aber es ist auch nachvollziehbar. Nur leider können wir es uns aktuell nur selten erlauben nach dem was sein sollte, was wir uns wünschen oder was uns moralisch zu beseren Menschen macht zu entscheiden, sondern das gibt im Regelfall ganz brutal die nüchterne Faktenlage vor. Ich glaube im Bezug auf die FUB hatten wir bisher nur sehr wenige einheitliche Abstimmung im Vorstand, hier gibt es bzgl. der Ressorts ja auch unterschiedliche Anforderungen und Notwendigkeiten auf die die Personen zu achten haben.

    Im angesprochenen Fall der Aufarbeitung sagt diese ganz klar, dass das im Moment nur funktionieren würde, wenn wir entweder riskieren würden den Verein in rote Zahlen zu stürzen oder dem Sport ausserhalb der FUB die Mittel zu kürzen. Und hier war die Entscheidung dann - zumindest für mich - eine einfache. Auf der anderen Seite gibt es aktuell so viele Nebekrigesschauplätze rund um die Organisation, dem persönlich-emotionalen etc. pp., dass die Eröffnung einer neuen (hoch brisanten) Baustelle das Quäntchen Druck auf den Kessel sein könnte, der ihn grundsätzlich zum Bersten bringt. So kommen dann Aussagen wie "es ist nicht der richtige Zeitpunkt" zustande.

    Mein oberstes Ziel ist es, zu erreichen, dass auch 2020 und 2021 lila Bundesliga-Football in Frankfurt gespielt wird und ich bin Willens die Entscheidungen zu treffen, die (aus meiner Sicht) notwendig sind um das zu erreichen. Dass das nicht immer dem Geschmack aller Entspricht war erwartbar und ist auch ok. Ich bin immer gerne bereit Entscheidungen im Rahmen des Sinnvollen und des Möglichen zu erklären. Es wird sich aber auch nicht vermeiden lassen, dass nicht immer alle Fakten, die zu einer Entscheidung führen kommuniziert werden, was den Entscheidungsfindungsprozessfür Aussenstehende mitunter schwer nachvollziehbar macht. Ändern wird sich das deswegen aber (leider) nicht. Vielleicht ist nicht immer alles was als Rückgratlosigkeit anmutet auch eine solche...

    Karl wrote:

    es bleibt also alles schön unterm teppich. und was neu gefunden wird, wird druntergekehrt? man hatte inzwischen ja vollen einblick in alle zahlen. vielleicht ist da inzwischen ja schon so viel drunter, dass es für die lizenz folgen haben könnte, wenn es ans licht kommt.

    Ich musste gerade etwas schmunzeln als ich "vollen Einblick in die Zahlen" gelesen habe. Man stellt sich das immer so schön vor, dass dann auf einmal der Schlüssel für den Schrank in dem die Aktenordner sind übergeben wird und mit dem öffnen der Türen einem dann alles in den Schoß fällt. Leider zeichen sich Gesellschaften, die finanziell Probleme haben im Regelfall nicht durch herausragende Buchhaltung, Ordnung und Struktur aus. Und dann gibt es auch noch persönliche Korrespondenz, gerade bei Vereinsvorständen läuft vieles über die Privatanschriften, welche sich überhaupt nicht in irgenselchen Akten widerspiegeln. Sprich die beschworene Einsicht ist nicht zwingend gleichbedeutend mit Erkenntnis, das ist mitunter etwas schwieriger...

    Abschließend möchte ich noch anmerken, dass alles was mit der diesjährigen Lizenz/ Spielgenehmigung zusammenhängt, auch nur von diesjährigen Faktoren abhängig ist. Ausnahme ist natürlich das Misstrauen, was uns entgegengebracht wird und was für die Höhe und den Umfang der Auflagen maßgeblich sein dürfte. Heisst aber, selbst wenn sich Dinge unter irgendwelchen prä-2019-Teppichen finden sollten, können diese keinen faktischen Einfluss auf die GFL Starterlaubnis 2019 haben.

    Post was edited 8 times, last by “Big_Al” ().

    Zuerst verstehe ich Karl. Auch bei mir ist eine gewisse Hab-Acht-Stellung eingetreten und die Universebrille ist nicht mehr ganz so lila/rosa. Ich bin nicht mehr bereit, noch mehr zu investieren und sehe jede Entscheidung, die ich mitbekomme erst einmal kritisch in Richtung Finanzen und Zukunftsfähigkeit.

    Dennoch hat Alex recht. Es können nicht alle Grundlagen für Entscheidungen veröffentlicht werden. Stellt euch einfach mal hypothetisch vor, wir machten momentan Miese, die durch Sponsorenzahlungen zu Saisonbeginn noch aufgefangen würden, aber es wäre absehbar, dass uns bei bleibender Zuschauerzahl an den letzten beiden Spieltagen ein Gesamtminus drohen würde. Was würde passieren, wenn man das kommunizieren würde? Geschäftspartner würden vorsichtiger werden, Zahlungsziele verkürzt, Fans eventuell wegbleiben, miese Presse eventuell neue Sponsoren vergraulen...Lange Rede kurzer Sinn: Wir können nicht alles kommunizieren.

    Jetzt heißt Stillschweigen nicht unbedingt immer, dass etwas Negatives im Busch ist. Vieles kann man eben erst verkünden, wenn es 100% sicher und verkündbar ist. Schaut euch nur mal Bayern mit ihren Problemen mit BMW als Sponsor an, wo man zu früh Tatsachen verkündet hat, bzw. an die Öffentlichkeit gelangt sind, die noch keine Tatsachen waren.

    Auch was die Vergangenheitsbewältigung angeht, habe ich eine zwiegespaltene Meinung. Erstens denke ich immer noch, dass die entscheidenden Personen nicht davonkommen dürfen und danach sieht es momentan aus. Ich glaube nicht an die Staatsanwaltschaft, denn die wird das Ding irgendwann einstellen, da gar kein Interesse an genauen Ermittlungen herrscht. Die sind mit anderen Dingen viel zu überlastet. Das geht mir gewaltig gegen den Strich.

    Ich habe eine Zeit lang überlegt, meine eigenen Forderungen persönlich gegen Herrn Schwarzer durchzusetzen. Meine Rechtsschutzversicherung würde das ermöglichen und es wäre mir eine persönliche Genugtuung. Jetzt kommt das Aber: Nehmen wir an, in einem Zivilprozess wird festgestellt, Schwarzer hat solche offensichtlichen Vergehen in seiner Arbeit begangen (und davon bin ich zutiefst überzeugt), dass er haften muss. Das würde in die Öffentlichkeit geraten und in der Folge würden sich noch viele andere geprellte Gläubiger an dieses Urteil hängen. Die Folge wäre die Privatinsolvenz des Herrn S., aber immer noch kein Geld für mich. Das selbe Spiel könnte man mit dem alten Vorstand treiben und dort wäre der Schuldnachweis m.E. nach noch schwieriger.

    Also stehe ich an dem Punkt, an dem ich mindestens eine Existenz für meine persönliche Rache vernichten würde. Jetzt muss sich jeder fragen, ob ihm das das wert ist, zumal nicht jeder eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung hat. Man müsste also gutes Geld schlechtem hinterherwerfen und würde nichts mehr davon sehen. Wer dazu bereit ist, kann gerne diesen Weg gehen. Dass die Universe als Verein diesen Weg momentan bei den Kosten und Erfolgsaussichten (noch) nicht geht, kann ich verstehen.

    Kommen wir zum letzten Punkt, der moralischen Komponente. Dass man Herrn Schwarzer den Germanbowl organisieren lässt und Herr Rehm weiter im Verband mitmischt ist m.E. wieder einmal ein Zeichen, wie unser Verband funktioniert: Ein Selbstbedienungsladen in Gutsherrenart geführt und mit Vetternwirtschaft durchzogen. Schade, aber ist das wirklich etwas Neues für uns?